Die Aussichten für Reseller: Heiter bis wolkig

Die Aussichten für Reseller: Heiter bis wolkig

Die Herausforderungen sind groß, aber lohnend für Systemhäuser, die jetzt auf cloudbasierte Dienstleistungen setzen.

 

Dass Cloud Computing ein Randthema ist, das erst langsame Fortschritte macht, ist immer noch eine Vorstellung mancher Unternehmensleiter. Dabei ist die Technologie aus der Wolke längst schon viel weiter – sie ist bereits fest etabliert in den meisten Firmen. Und der Markt wächst weiter: Laut den Marktforschern von ISG wächst der deutsche Markt für Public Cloud Services bis 2020 um jährlich 26 Prozent. Dies bekommen auch immer mehr Systemhäuser zu spüren, allen voran die, welche bislang auf traditionelle Dienstleistungen setzen. Ein Umdenken wird daher immer dringlicher, um mit diesen Marktverschiebungen Schritt halten zu können.

 

Viele Reseller sind dabei auch auf einem guten Weg – sie erweitern ihr Portfolio um Managed Services wie etwa den Spamfilter Service oder Advanced Threat Protection von Hornetsecurity. Zudem ist auch eine Konsolidierung auf dem Channelmarkt zu beobachten, wie der Aufkauf von Exabyters durch Telcat zeigt. Beide sind übrigens Hornetsecurity-Partner! Dieser Zusammenschluss steht sinnbildlich für die Zukunft des IT-Channels, der sich nach neuen Betätigungsfeldern und Angeboten umschauen muss. Erstaunlich und gleichzeitig bezeichnend an dieser konkreten Kooperation sind die Zahlen, mit denen Telcat plant: Sie übernimmt die 30 Mitarbeiter von Exabyters und plant alleine für den Managed-Service-Bereich in den kommenden Jahren mit 150 Mitarbeitern.

 

Kosten, Zeit und Aufwand einsparen mit Cloud Services

 

Und dafür gibt es gute Gründe: Durch Cloud-Services können Unternehmen ihre Hard- und Software drastisch reduzieren, was neben Platz- und Geldersparnis auch eine deutliche Reduzierung des Zeitaufwands für Administatoren und IT-Leiter bedeutet. Diese können sich dadurch auf ihre Kernkompetenzen und -projekte konzentrieren und gleichzeitig ihre Abteilung wesentlich agiler gestalten, da sie die ausgelagerten Aufgaben einfacher skalieren können. Bedenken gegenüber Clouddiensten, wonach Datenschutz und Kontrollverlust Ausschlusskriterien sind, werden durch vertragliche Absicherungen und eine ständig steigende Professionalisierung von Seiten der Anbieter ständig weiter minimiert.

 

Bringen Cloud Services Unternehmen wesentliche Vorteile und sind sie in der Regel einfach implementierbar, bedeuten sie für Systemhäuser bei der Umstellung ihres Portfolios massive Einschnitte in die Organisation, Logistik und Abläufe. Da ist zunächst einmal die Umstellung von klassischen Verträgen mit Jahres- oder sogar Mehrjahreslaufzeiten auf monatliche Kontrakte. Damit einhergehend ändert sich natürlich auch der Einnahmefluss weg von großen Einmalzahlungen hin zu kleineren monatlichen Beträgen. Ist die Umstellung hierauf jedoch geschafft, bringt diese auch Vorteile durch einen kontinuierlichen Fluss an Einnahmen.

 

Umstellungen können hart, aber lohnend sein

 

Darüber hinaus muss sich auch der Servicegedanke in Systemhäusern weiterentwickeln. Kunden erwarten bei cloudbasierten Dienstleistungen eine andere Servicequalität. Diese äußert sich dahingehend, dass die Qualität der Dienste sehr hoch sein soll und im Idealfall eine ständige Erreichbarkeit und Verfügbarkeit gegeben ist – sowohl auf technischer als auch auf vertrieblicher Seite. Hierfür müssen Rechenzentrumskapazitäten ausgebaut oder sogar erst noch geschaffen werden, Mitarbeiter neu geschult und gegebenenfalls ein Schichtbetriebssystem eingerichtet werden. Viele Herausforderungen, die ein hohes Maß an Planung, Durchsetzungsvermögen und auch Kapitaleinsatz erfordern.

 

Doch die Mühen können sich lohnen: Auf bestehenden Technologien zu verharren und sein eigenes Systemhaus nicht fit für die Zukunft zu machen, hat sich nur selten gelohnt, auch wenn es in Zukunft gewisse Nischen gibt, die Reseller auch weiterhin bedienen können. Die Cloud und mit ihr die Disruption der bislang vorherrschenden Technologien ist nicht aufzuhalten. Dies sollten die Verantwortlichen im Channel nicht falsch einschätzen, sonst ergeht es ihnen wie Wilhelm dem Zweiten, dem folgendes Zitat nachgesagt wird: „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.