Sie schrecken auf, die Zahlen, die der größte deutsche Internetprovider 1&1 gestern über eine seiner E-Mail-Plattformen veröffentlicht hat: Im Vergleich zu 2014 hat der Provider von WEB.DE und GMX im vergangenen Jahr eine Verdoppelung der Spam-E-Mails registriert. Zudem sei die Anzahl an schädlichen Links in Spam-Mails stark angestiegen.

Auch wir analysieren kontinuierlich, mit wie vielen und mit welcher Art an Nachrichten unsere Spamfilter konfrontiert werden. Die drastischen Zahlen, die WEB.DE und GMX vorlegen, können wir jedoch so nicht bestätigen. Korrekt ist, dass die Menge an Spam-Mails in den vergangenen Monaten wieder angestiegen ist, eine Verdoppelung lässt sich hingegen nicht feststellen. Im Gegenteil: Betrachten wir die langfristige Entwicklung, so lag der prozentuale Anteil von Spamnachrichten am gesamten E-Mail-Verkehr über das gesamte Jahr 2015 verteilt bei 62,1%. Damit sank er sogar noch gegenüber dem Vorjahr, wo er noch bei 67,3% rangierte.

Bestätigen können wir indes den rasanten Anstieg an Viren-Mails – insbesondere die Angriffe über sogenannte Makro-Viren, die sich in Word- und Excel-Dateien verstecken, haben in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. Einen tiefergehenden Einblick in das Thema Spamschutz gewährt übrigens unser IT-Sicherheitsbeauftragte Olaf Petry in einem Gastbeitrag zum Sicherheits-Blog unseres Partners Jakobsoftware.

Und dennoch (oder gerade deswegen) nehmen IT-Experten aktuell bei der Spamerkennung eine Verschlechterung wahr – dies stellte der Internetverband eco in seinem jährlich veröffentlichten Sicherheitsreport fest. Bezeichneten im Vorjahr 42% der Befragten die Spamerkennung als „immer noch verbesserungsbedürftig“, stieg dieser Wert auf aktuell 48% an. Ein Ergebnis, das auch Hornetsecurity als Ansporn nimmt, um die Qualität der eigenen Spamfilter zu erhöhen, auch wenn nicht einfacher werden dürfte. Denn im Vergleich zu früheren Jahren, in denen Spammer vor allem auf Masse statt Klasse setzten, ist die Herausforderung für Anbieter von Anti-Spam-Lösungen mittlerweile um einiges größer geworden, gestalten sich die Spam- und Virenattacken doch mittlerweile wesentlich ausgeklügelter und professioneller als früher.

Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Angreifern und Security-Herstellern geht also weiter.